[>>]

Alles andere

Leichenwäsche, Gruftkluft, Probeliegen in Bielefeld

Monika-Noller
Hübsche Särgeherberge: Unsere Lieblingsbestatterin Monika Noller im hauseigenen Sarglager

Auch dieses Jahr macht der Herbst seine Sache wieder gut. Feucht und kalt sind die Nächte, die Tage kurz und grau. Da denkt man gern mal ans Sterben. Doch dem Tod real ins Auge zu blicken, ist etwas ganz anderes. Allein beim Gedanken an eine Leichenwäsche überkommt manchen ein kleiner Grusel. Ganz anders sieht das Monika Noller. Die sympathische Dame könnte auf den ersten Blick als Chefin eines englischen Gestüts im ZDF-Sonntagabendfilm durchgehen, doch ihre wahre Profession ist es, ihre Mitmenschen ordnungsgemäß unter die Erde zu bringen.

Natürlich ist sie auch bei trendy Feuerbestattungen firm und weist auf die Chance hin, dass Angehörige dem Brennvorgang nicht nur beiwohnen, sondern ihn auch durch Knopfdruck selbst in Gang setzen. Prima, so können lang gehegte Fegefeuerphantasien legal abgearbeitet werden. Beim Stichwort Gruftkluft gerät Monika Noller ins Schwärmen, so reichhaltig sind die Variationen beim letzten Hemd. Vom eher blassen Einteiler bis zur todschicken Einzelanfertigung ist alles am Markt. Doch die Verwandtschaft wählt meist die Privatkleidung und lässt den Erbonkel im allerbesten Anzug beisetzen. Immerhin hat er ihn stets zu besonderen Anlässen getragen, und der letzte Weg ist fraglos ein besonderer Anlass.

Wer eine Bestattung begleitet, die Monika Noller ausgerichtet hat, der wird Zeuge, dass die umsichtige Dame alles perfekt vorbereitet. Als wir kürzlich mit einer Trauergruppe über den Gottesacker schritten, öffnete sich der Himmel mit einem 1a Schnürregen und wir waren uns einig: Das passt. Still dankten wir Frau Noller auch dafür als wir später im Café Möller bei Schwarzwälder Kirschtorte und belegten Brötchen saßen. Im Juli wird Frau Nollers Standort in der August-Bebel-Straße fünf Jahre alt. Zu diesem Jubiläum wird sie, so können wir hier exklusiv bekannt geben, Bielefeld zum Probeliegen einladen - denn Sarg ist nicht gleich Sarg. Wer sich das entgehen lässt, könnte sich irgendwann auf ewig tot ärgern.

---> Bestatterinnen Noller + Ziebell, August-Bebel-Str. 30 b, 33602 Bielefeld

Penisvergrößerung, Pussy to go, Ehehygiene für alle

Ehehygiene1
Zu Recht stolz: Inhaber Jörg Noack und Verkäuferin Katharina Rillich sind Flaneur-geprüft

Wie arm wäre Bielefeld ohne Jörg Noacks Versorgungszentrum für Ehehygiene! Sidestep ist der Name des erotischen Megastores in der August-Bebel-Straße, der wirklich jedes Bedürfnis befriedigt. Von A wie Anal-Qual über M wie Muttertagsgeschenk bis Z wie Zorro-Peitsche ist alles am gut sortierten Lager vorrätig. Teilzeitmitarbeiterin Kristina Grebe (Lebensmittelpunkt: Studium der Germanistik) hat soeben bei den Bremer Dildo-Königen von Fun Factory (Firmenmotto: love yourself!) einen Einführungskurs für Vibratoren absolviert. Frisch geschult steht sie nun mit ihrem Chef hinterm Tresen mit den vielen bunten Zwergen, die sich willig zur Decke recken, und weist freundlich darauf hin, dass der apfelgrüne „Patchy Paul“ über einen leistungsstarken Motor verfüge, eine ergonomisch einwandfreie Form habe und außerdem von der Zeitschrift Öko-Test mit sehr gut bewertet worden sei. Das überzeugt.

Überzeugend auch das Angebot für Cineasten. Ein kolossales DVD-Sortiment bietet neben bewährten Klassikern („Mund auf! Augen zu!“ oder „Anales Inferno“) auch verlässliche Erziehungsratgeber („Wir waren unartig! Und das sind unsere Strafen: Popo-Haue“) sowie kurzweilige Seniorenunterhaltung („Rattige Rentner“). Wer es lieber süß mag, greift gleich zu „Dicke Schokolatten“. Auf die Freunde der Belletristik warten meterweise Bücher in extrastrengem Design. „Die Herrin im Turm“ oder „Stahlruten“ lauten die verlockenden Titel. Weiter hinten entdecken wir die passenden Ruten und Augenblenden , gefertigt in stilvollem schwarzem Leder. Verzückt möchten wir eine Peitsche testen, doch Kristina Grebe lenkt unsere Blicke mit gekonntem Hüftschwung auf die neue Frühjahrskollektion in Latex – sehr schwarz, sehr knapp, sehr kess. Ja, so mögen wir den Frühling. Eilige Kunden erkennt man am Kauf einer Pussy to go. Wer mehr Zeit hat, besucht das hauseigene Multiplexkino (aktuelles Programm in Saal 3: More Slaveboys in Training). Erfreulich: Im Kino gilt die Tageskarte zu 10 Euro wirklich den ganzen Tag, d.h. man kann so oft kommen wie man Lust hat.

Niemand muss barfuß gehen, auch dafür sorgt Sidestep mit vorbildlicher Fürsorge. Ob Schuhe, ob Strümpfe - hier finden Sie alles. In der Abteilung für Herrenunterwäsche stellen wir eine Überschneidung mit der Süßwarenabteilung fest: Slips zum Vernaschen werben um den Käufer. Am Ende unseres ausgedehnten Besuches danken wir allen für die Geduld und überreichen unser Prüfsiegel Flaneur-geprüfte Ehehygiene, was Jörg Noack sofort über der Kasse aufhängt. Nun kann hier jeder Kunde unbesorgt einkaufen.

---> Sidestep, August-Bebel-Straße 88, 33602 Bielefeld

Neu: Flaneure prüfen Toiletten / Start am Jahnplatz

Klaus_Gerigk
Die gute Seele des Jahnplatzforums: Klaus Gerigk im Stand-by-Modus vor seinem Leitstand

Das Herz unserer großen Stadt ist natürlich der Jahnplatz. Täglich kreuzen sich hier die Schicksalswege von Millionen Menschen & Tieren. Aber was tun, wenn der konsumfreudige Passant sein Wasser abschlagen muss? Kein Problem, im Tunnel unter dem agilen Platz steht ein 1a Sanitärbereich bereit. Den betreuen stets hübsch sorgfältig Ayse Ari und Klaus Gerigk, die wir hiermit für ihre wichtige Arbeit loben wollen. Gut 400 "Begehungen" (O-Ton Klaus Gerigk) finden hier täglich statt, und immer sind zahlreiche Promis aus der Welt des Fußballs dabei sowie aus Politik und Kultur. Klaus Gerigk kennt sie alle. Rätselhaft wird es, wenn er uns berichtet, dass er zweimal täglich das Handtuchpapier bei den Herren wechseln muss, aber bei den Damen nur alle zwei Tage. Hm, was hat das zu bedeuten ...? Aber natürlich - die Damen haben kleinere Hände! Sie nötigen also weniger Papier. Mit mangelnder Reinlichkeit hat das glücklicherweise nichts zu tun.

Viele Inhaber einer intakten Libido nutzen übrigens das Behinderten-WC zur flinken Triebabfuhr, daher hat sich hier ein süßes kleines Gelegenheitsliebesnest etabliert. Allerdings jauchzen manche Pärchen beim Austausch ihrer Körpersäfte derart engagiert, dass auswärtige Abortgäste stutzen: "Wird da jemand umgebracht?" "Nö", beruhigen wir gelassen, "ganz im Gegenteil."

Wenn Klaus Gerigk nach einem langen, harten Arbeitstag endlich Feierabend hat, dann kehrt er gern mal zum geselligen Würfelspiel in die angenehme Bahnhofstrinkstube Bei Taki ein. Der Mann weiß offensichtlich, wo's gemütlich ist. Und das Taki-Abendpils hat er sich redlich verdient.

---> Toiletten im Jahnplatzforum, Jahnplatz 11, 33602 Bielefeld
---> Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Restroom Detectives

Schöner - dank Milos Ukena in der Neustädter Straße

Hardcore_Tattoo
Milos Ukena, Tattoo-Meister unseres Vertrauens, in seinem Flaneur-geprüften Tattoo-Studio

Heute ist es endlich soweit: Wir wollen das bravouröse Flaneur-Logo auf unsere durchtrainierten Oberarme tätowieren lassen. Hierzu wenden wir uns vertrauensvoll an Tattoo-Meister Milos Ukena, der seit 16 Jahren eine erfolgreiche Tattoo-Fräserei betreibt und selbst ein wandelndes Portfolio seines künstlerischen Handwerks ist. Bei seinem Anblick wächst unser Vertrauen schnell ins Unermessliche. Auch seine Mitarbeiter präsentieren sich von der besten Seite: Verena "Vre" Reimann hat hier nicht nur das Tattoo-Handwerk von der Pike auf erlernt, sondern kann auch elegant mit Bielefelder Luft umgehen. Nicht weniger sympathisch tritt Praktikant Hannes "Borzum" Schütt auf, gekonnt serviert er die erste Rate Abendpils. Auf diese Erfrischungsaperitifs folgt ein spannender Rundgang durch die verzweigten Katakomben des Artcore-Studios. Im wichtigsten Raum ruht ein selbstbewusster OP-Stuhl unter einer Schutzhülle, und Legionen kunstvoll gestalteter Tattoo-Maschinen zwinkern uns von Tischen und von Wänden aufmunternd zu. Insgesamt fällt auf: Alles ist derart blitzeblank sauber, dass sogar der Domestos-cleane Abort zu Notoperationen einladen will.

Plötzlich hören wir einen verzweifelten Chor jammern: "Hunger. Hunger. Hunger." Aha, unsere Mägen melden sich. Da kann nur Simone Santoro helfen! Ein Telefonat - und ruckzuck bringt die Chef-Fahrerin des La Piccola Napoli genau das, was wir uns sehnlich wünschen. Unser heutiger Gast und Lieblings-IT-Mann Sascha staunt nicht schlecht über so viel Leckerpizza. "Und dazu noch ein Odölchen …", schwärmt der versierte Genießer mit Blick auf den verbliebenen Getränkerest in der Flasche "Bielefelder Luft". Das wird ihm gern gewährt, und dann plaudert er uns von seiner Kerstin, die er (das muss natürlich – Ehrensache! – unter uns bleiben) am liebsten Teddy nenne, und außerdem wolle er ihr morgen antragen, sich mit ihm zu verloben. Hierzu plane er nun, fährt der hormonell bestens ausgestattete Mann fort, sich einen Kerstin-verehrenden Schriftzug tätowieren zu lassen. Meister Milos wirft sofort das Tattoo-Besteck an und nach angemessener Frist prangt auf Saschas Unterarm der kunstvolle Schriftzug "Kerstin forever" - das wird seine Angebetete gewiss überzeugen! Während Sascha geschmückt wird, sind auch wir nicht faul. Wir lassen uns gezielt veredeln, und nun leuchtet von unseren Oberarmen das prächtige Flaneur-Logo. Für so viel Pracht vergeben natürlich am Ende sehr gern das exklusive Siegel Flaneur-geprüftes Tattoo-Studio.

Als alles vollbracht ist, rutschen wir zwecks eines allerletzen Schlürschlucks ein paar Häuser weiter zu Edgar van der Veken ins Tabakskollegium. Parallel zum Empfang des ersten Pils mit Beifahrer erhält Praktikant Hannes den verantwortungsvollen Auftrag, mit geschickten Spielzügen den Spielautomaten zu leeren. Aber das ist eine andere Geschichte. Als wir uns schließlich verabschieden, verabreden wir mit Milos, Vre und Hannes, spätestens am 25. Oktober wieder zu kommen, wenn die Party im Neustädter Viertel abgeht. Milos will dann die 18 Liter seines Frischwasserspenders mit feinem Ouzo auffüllen. Aber bitte erzählen Sie das nicht überall rum, sonst bekommen wir von dem Ouzo nix ab.

---> Artcore Tattoo, Neustädter Straße 2b, 33602 Bielefeld

Keine Frage: Unser Starfriseur ist Starfriseur Ahmet

Starfrisoer-Ahmet
Ohne Voranmeldung und trotzdem gut frisiert, das garantiert uns Starfriseur Ahmet (links)

Es soll Leute geben, die reisen extra nach Berlin, um sich die Haare von einem angeblichen Starfriseur richten zu lassen. Wir haben solche Reisen nicht nötig, für unsere sensiblen Frisuren bleiben wir in Bielefeld, denn unser Starfriseur ist Starfriseur Ahmet am Kesselbrink. Ahmet Kulata, wie er mit vollem Namen heißt (oben links im Bild), sowie seine engagierten Fachkräfte Mehmet Sungur (oben rechts im Bild) und Aras Ahmet schneiden, waschen und föhnen 12 Stunden am Tag, sechs Tage die Woche alle Köpfe, die sich ihnen vor die Scheren setzen. Und sie machen das gut. Wir haben es ausprobiert und sind sehr zufrieden. Schon beim Verlassen des Haarstudios pfiffen uns die Damen hinterher - so soll es sein.

Gestartet hat Starfriseur Ahmets Erfolgsgeschichte in den Pavillions am Kesselbrink, wo die Ursprungs-Filiale noch heute von seinem Bruder Ismail Kulata (Amtstitel: Chefassistent) betreut wird. Aber gleich um die Ecke brummt schon die zweite Kesselbrink-Filiale, die inzwischen sogar zur Hauptgeschäftsstelle avanciert ist. Starfriseur Ahmets wirtschaftlicher Aufstieg ist offensichtlich nicht zu bremsen. Selbstverständlich haben wir ihm und seinen Mannen unser Siegel Flaneur-geprüfter Starfriseur überreicht. Davon träumen angebliche Starfriseure in Berlin oder anderswo noch lange und vergeblich. Denn es gibt nur einen Starfriseur, und der wohnt in Bielefeld!

---> Starfriseur Ahmet, Kesselbrink 5, 33602 Bielefeld

Was Francis Ford Coppola & Bielefeld gemein haben

Kuechenstudio-Pohl
Finger-Food-Zauberin Dorothee Schwinn, Geburtstagskinder Sabine & Sabine & Markus Pohl

Eine große Ehre für die Bielefelder Flaneure: Wir sind zu einer Geburtstagsfeier in Bielefelds erstaunlichster Küche eingeladen. Wir lesen: "1972 brachte Francis Ford Coppola den Paten ins Kino und Erich Pohl die Küche nach Bielefeld – das ist jetzt 36 Jahre her …" Wer solche Einladungen formuliert, der ist unser Freund. Empfangen werden wir von Erich Pohls wohlgeratenen Kindern - und einer vollen Breitseite Prosecco. Menschen mit intakten Geschmacksknospen wissen: Was unter dem Namen Prosecco ins Volk verklappt wird, ist gewöhnlich nichts weiter als ein gezuckertes Jauchederivat. Höflich nehmen wir ein Gläschen entgegen, schauen uns aber intuitiv nach Blumentöpfen um, wo man die Flüssigkeit unbemerkt entsorgen könnte. Und dann der schöne Schreck: Im Hause Pohl werden Flaschen just der 2% des Jahresausstoßes entkorkt, die den Namen Prosecco tatsächlich verdienen. Da stößt man gern an und lässt noch gerner nachgießen.

Doch das war nur der Start einer Kaskade schöner Überraschungen. Umgeben von illustren Gästen, die sich an einbeinigen Stehtischchen im Small Talk verkeilt haben, sowie von prächtigsten Küchenmöbeln, die uns im besten Sinne an eine Design-Ausstellung im Herforder MARTa erinnern, werkelt die nette Finger-Food-Mietköchin Dorothee Schwinn von der Front Cooking Akademie leichthändig mit Messer, Fleisch und Gemüse herum, so dass wir immer wieder kleine Teller mit kleinen Speisen gereicht bekommen, die so schmecken wie sie aussehen: fein-fein!

Auch die Firma Miele ist heute eingeladen. Natürlich hat sie ihren besten Mann zum Gratulieren geschickt. Jürgen Emas heißt er und holt sich schon beim zweiten Prickelprosecco hochgradig interessiert die besten Gastrotipps bei uns ab: "Wo war das noch mal mit den größten Schitzeln? Aha. Und was können Sie sonst noch empfehlen? Soso." Gern beschenken wir den sympathischen Feinschmecker mit unseren Fachkenntnissen, und er verspricht uns einen persönlichen Rapport, wenn er unsere Tipps mit seiner Frau abgeklappert hat.

Die fröhlichen Pohl-Kinder haben nicht viele Gäste eingeladen, aber die Gäste, die hier sind, haben es in sich: Wir lernen Lars Jauer kennen und beantworten erfreut seine aufmerksamen Fragen zu unserer Idee mit dem Ich-Denkmal. Er entpuppt sich nicht nur als DER Bielefelder Fachmann für Natursteine, sondern sagt uns aus dem Stand seine Unterstützung bei der Beschaffung und Bearbeitung des Denkmal-Steins zu - Freude, schöner Götterfunken! Spontan stecken wir ihm unseren Flaneur-Pin ans Revers und tauschen Visitenkarten mit ihm aus. Verdammt noch mal, Küchenstudio Erich Pohl ist offensichtlich in jeglicher Hinsicht einen Besuch wert! Dafür vergeben wir heute und weltweit einmalig unser Siegel Flaneur-geprüftes Küchenstudio.

---> Küchenstudio Erich Pohl, Oberntorwall 16-18, 33602 Bielefeld

Wir stellen vor: Flaneur-Ausstatter Herr Tobias Tüch

filz
In seiner Werkstatt mit Nähmaschine, Filzbahnen und Details einer bunten Produktpalette:
Wenn Tobias Tüch nicht wäre, müssten wir unsere Kameras ungeschützt in Händen tragen


Natürlich haben wir uns die letzte Glutamat-Modemesse nicht entgehen lassen: 30 Jungdesigner präsentierten ihre sehr unterschiedlichen Kollektionen der Bielefelder Weltöffentlichkeit. Auch wenn man nichts kaufen will, ist ein Glutamat-Besuch stets lohneswert. Die Stimmung ist fröhlich, die Leute sind nett, und man sieht immer was Überraschendes. Es lebe die unverbrauchte Kreativitiät! Einen kleinen Kaufwunsch hatten wir allerdings mitgebracht: Unsere brandneuen Kleinbildkameras bettelten nach geeigneten Schutztaschen. Dabei kann man sich natürlich mit Nierigpreisuniversaltaschen aus dem Fotomarkt behelfen. Die sind zeit- und geschmacklos, aber durchaus nützlich. Oder man entscheidet sich für überteuerte Plastiktäschchen von den original Kameraherstellern. Dann ist natürlich das stolze Logo der Kamerafirma auf der Tasche zu sehen. Es soll Leute geben, die sowas beeindruckt. Oooder aber man schaut mal, ob Glutamat mit einem feinen Unikat helfen kann. Tja, und genau dabei ist uns Herr Tüch aufgefallen.

Herr Tüch überraschte uns mit Lenkertaschen für Kinderlaufräder, Federmappen für Jung & Alt und Händitaschen für Individualisten - alles aus hübsch farbigem Wollfilz gefertigt und unter seinem Label vonWolf präsentiert. Flott waren wir im Gespräch und schließlich vereinbarten wir Fotoapparatetaschen-Sonderanfertigungen. Größe (passend zur jeweiligen Kamera), Farbe (natürlich Flaneur-grün), Preis (angemessen günstig) - alles wurde per Gentlemen's Agreement vereinbart, und dann ging man frohen Mutes auseinander. Wenige Tage später flogen ein paar Mails zwischen Herrn Tüch und uns hinundher, denn die Details der Vereinbarungen wollten sorgfältig geklärt werden. Wir merkten: Herr Tüch nimmt seinen Auftrag sehr ernst, was wir natürlich zu schätzen wissen. Und dann kommt der Tag der Übergabe. Herr Tüch hat uns nicht enttäuscht, wir sind sehr zufrieden mit seiner Arbeit und erklären ihn sogleich zum offiziellen Flaneur-Austatter.

Ursprung seiner Produktpalette, berichtet Herr Tüch, sei eine Tasche gewesen, die er für seine Tochter gefertigt habe. Diese Tasche sei derart gut angekommen, dass er begann, unterschiedliche Behältnisse aus Wollfilz zu nähen. Inzwischen sei ihm ein Dreiklang der Eigenschaften seiner Produkte wichtig: Kinderfreundlichkeit, Handarbeit, Sexappeal. Okay, das mit dem Sexappeal muss man in Ostwestfalen erklären. Viele seiner Produkte, betont Herr Tüch hierzu, sind auf Doppelnutzbarkeit angelegt: Die Händitasche hat auch ein Fach für Kondome, die Federmappe ist auch als Schlafplatz für einen kleinen Vibrator konzipiert, oder einer Tasche für's Kartenspiel liegt eine Spielanleitung bei, mit der Menschen schneller in sehr persönlichem Kontakt kommen können. Damit eignen sich diese Taschen allesamt besonders gut zum Verschenken. Wir meinen ja nur, schließlich ist bald Weihnachten, und Ihnen fehlt garantiert noch was Besonderes. Dafür ist Flaneur-Ausstatter Tobias Tüch natürlich eine gute Adresse.

---> Homepage
---> My Space

Stets gut beraten und gut behütet dank Hut-Hehner

hut-hehner
Die einzigen Ihrer ganz speziellen Kunst in Bielefeld:
Erika und Karl-Heinz Brünger in ihrem wunderbaren Geschäft


Der Herbst kommt, mit Wind, Niesel und Kälte. Also holen wir unsere Mäntel aus den Schränken, entfernen die Mottenkugeln aus den Manteltaschen und erklären die Herbst- und Winter-Saison für eröffnet. Doch halt - da fehlt doch was! Ja, ein neuer Hut muss her. Also auf zu Hut-Hehner, denn ohne den Rat von Erika und Karl-Heinz Brünger wären wir aufgeschmissen. Hier ist der Kunde noch König, hier erhält er fachkundigen Rat, hier wird ihm sehr freundlich alles erklärt und erläutert. Ergebnis: Dieses Fachgeschäft verlässt man nicht nur gut gekleidet, sondern auch fachlich klüger. Kein Wunder, denn die Brüngers sind seit mehr als 50 Jahren Fachleute mit Leib und Seele. Und auch wenn sie schon beide die 70 überschritten haben, an Ruhestand ist noch nicht zu denken. Tja, der große Garten daheim, seufzt Erika Brünger, könne zwar mehr Zuwendung brauchen, aber wenn man das Geschäft so lang geführt habe, dann mache man das mit Engagement und Liebe. Und das merkt jeder Kunde! Auch der Herr um die 40, der kurz nach uns den Laden betritt und mit glücklichen Augen seine neue Mütze aufsetzt. Exakt so eine Mütze, berichtet er uns, habe er im Sommer leider verloren. Nun komme der Herbst, da habe er sich auf die Suche nach einem identischen Exemplar gemacht. Alles Rumtelefonieren in ganz OWL habe allerdings nix genützt, bis ihm ein Hut-Spezialist i.R. aus Versmold den Tipp mit Hut-Hehner in Bielefeld gegeben habe. 60 Kilometer sei er nun von Wadersloh bis hierher gefahren, aber das habe sich gelohnt. Dass der Wadersloher Mützenfreund hier fündig wurde, ist kein Zufall, denn das Sortiment der Brüngers ist stets aktuell und riesig zugleich. Frauen- und Herrenhüte, Cabrio-Hauben oder Castro-Mützen - hier gibt's einfach alles. Sogar einen Homburger können Sie uns präsentieren.

Leider müssen wir auch Unschönes erfahren. Ständig laufen Makler und anderes Volk Herrn und Frau Brünger die Tür ein. Wegen der ausgezeichneten Lage will man ihnen ihr Geschäft abzuschwatzen. Gestern noch sei jemand aus Hannover angereist, erzählen sie kopfschüttelnd, der habe hier ein Eiscafé eröffnen wollen. "Nein, nein!" lachen sie uns an und erklären bestimmt: "Wir akzeptieren als Nachfolge nur ein Hutgeschäft." Außerdem sollte die Person eine solide fachliche Vorbildung mitbringen, und auch über etwas Lebensreife sollte sie verfügen. Wir stimmen dem nicht nur zu, sondern erklären hiermit öffentlich: Makler dieser Welt, aufgepasst! Erika und Karl-Heinz Brünger stehen ab sofort unter dem ganz besonderen Schutz der Bielefelder Flaneure. Beenden Sie also die nutzlosen Belästigungen und notieren Sie: Hier kommt kein Café rein. Punkt. Jedoch: Hutmachermeister mittleren Alters, bitte melden! Hier wartet ein Fachgeschäft auf Sie, das seit 1866 seinen zuverlässigen Dienst am Kunden versieht. Und das soll auch fein so bleiben.

Nach unserer erfolgreichen Visite haben wir übrigens das neu kreierte Siegel "Flaneuer-geprüfter Hut-Laden" hinterlassen. Aber jetzt kommen uns Zweifel: Hätten wir die Eheleute Brünger nicht besser mit dem Siegel "Freundlichste Geschäftsleute Bielefelds" ehren sollen? Denn das sind Erika und Karl-Heinz Brünger ganz gewiss.

---> Hut-Hehner, Gehrenberg 1, 33602 Bielefeld

Aktuelle Beiträge

Militant vegetarisch
Das mag sogar dem einen oder anderen Fleischfresser...
Anarky (Gast) - 2009/12/09 18:24
... und wenn's keiner...
... und wenn's keiner versteht isses Kunst.
Don Fiat (Gast) - 2009/12/08 12:49
Zu diesen Statements...
Zu diesen Statements haben wir endlich den stets enorm...
Bielefelder Flaneure - 2009/12/03 20:40
Ziemlich präzise...
Ziemlich präzise geschlussfolgert und notiert,...
Bielefelder Flaneure - 2009/12/03 20:35
Bielefelder Begegnungen,...
Bielefeld bei Nacht: Vorn Johanna Falk, im Hintergrund...
Bielefelder Flaneure - 2009/12/03 20:33

Suche

 

Flaneurs Mailadresse

info (ät) bielefelder-flaneure (Pünktchen) de

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this topic

twoday.net AGB