Tip-top Touristen-Tipps: Das ist unser Hauptbahnhof

Farbiger und erhabener kaum vorstellbar: Der schönste Bielefelder Hauptbahnhof der Welt
Alle zivilisatorischen Standards eines Bahnhofsvorplatzes finden sich vorm Bielefelder Hauptbahnhof: verschiedene Dönerstuben mit treuem Nachtservice, ein Bratwurstpavillion mit olfaktorisch virulenter Brutzelaura sowie Personen ohne erkennbare Reiseabsicht beim ambulanten Biergenuss. Der Bahnhof selbst ist berühmt für sein fürsorgliches Freizeit- und Genussmittelsortiment. Von überall her reisen Menschen an, um sich hier mit Kaffee (im faustgroßen Pappgefäß), mit Fluppen (solange noch legal) und mit Journalen (Geolino, Brigitte, Swinger-Magazin) zu versorgen. Zufrieden versammelt man sich dann vor der großen Anzeigetafel zum Public Viewing der aktuellen Verspätungs-Charts. Oho, sogar Fahrkarten kann man im Hauptbahnhof kaufen! Jedoch sind von acht Schaltern nur drei geöffnet. Auf diese Weise schenkt die Bahn ihren Kunden kontemplative Mußestunden. Devot in Wartehaltung gruppiert danken die Kunden für diesen feinen Zug der Bahn. Große Lettern weisen auf einen Subway hin, doch damit ist kein Fußgängertunnel gemeint, sondern eine niedliche Ausgabestelle für Butterbrote. Sie ist Teil eines kolossalen Futterimperiums, das die Welt erfolgreich mit Stullen versorgt. Daneben lockt die Tür zum Gastraum eines weiteren Großverköstigers. "Ich liebe es" ruft Bielefeld hier aus und drückt dann die Schneidezähne in akkurat multiplizierte Weichbrötchen mit Fleischbrätbelag. In des Bahnhofs tiefstem Stollen, im Tunnel unter den Gleisen, leben in stiller Symbiose der Bahnhofsabort (Pippi machen 60 Cent) und die Blumen-Oase (trittfeste Schnittblumen für die Gattin). Die Oase ist der einzige natürliche Farbklecks im Bahnhof und weist den Weg zu einem spielzeugbunten Areal namens Boulevard. Das wiederum ist jedoch ein ganz anderes Thema.
---> Quellennachweis: Das prächtige Bahnhofs-Foto verdanken wir unserer Touristinformation, hier wird das Foto für kleines Geld als Ansichtskarte verkauft.i>
Bielefelder Flaneure - 2009/04/15 07:31
Testeten die Flaneure auch schon den bahnhöfischen Bratwurstpavillon und schweigen darüber in gastrofreundlicher Ehrlichkeit?