Lebenshilfe & Ernährungsberatung durch Heinz Strunk

Bielefeld bei Nacht: Begeistert nimmt Heinz Strunk unseren großartigen Aufkleber entgegen
Angelika Henneke, Blombergs beste Fotografin, war extra nach Bielefeld gereist, um die Übergabe unseres begehrten Aufklebers an den Lebens- und Ernährungsberater Heinz Strunk zu dokumentieren. Dieser Aufkleber war unser großes Dankeschön für die Weisheiten, die Heinz Strunk an diesem Abend seiner enthemmten Bielefelder Fangemeinde geschenkt hatte. Kernsätze des Struck'schen Œuvres haben wir hier für Sie notiert.
Über die korrekten Bezeichnungen der Folgen üppiger Nahrungsaufnahme:
Fettschwarten am Rücken sehr dicker Menschen nennt man "Tannenbäume", die herunterhängende, schlaffe Haut des Bauches "Rollläden", und Fettansammlungen am Hals verursachen das sog. Treppenkinn. "Treppenkinn" und "Kartoffelknie" kann man in extremer Großaufnahme übrigens nicht voneinander unterscheiden. Das aus dem Hosenbund quellende Fett heißt ab sofort nicht mehr "Hüftgold" (das Wort ist verbraucht, ausgelutscht, öde), sondern "Elchschaufeln". (Anweisung von ganz oben - also von mir.) Dann gibt es noch Salz- und Pfefferstreuer, Winkelfleisch und gelblich unter der Haut schimmernden Flimmerspeck. Das schöneste Wort, von dem ich leider nicht weiß, was genau des bedeutet: "Zigeuner des Körpers". Magisch. Zigeuner des Körpers, was mag wohl dahinterstecken? Egal. Mein größter und in Wahrheit einziger Wunsch: mit nacktem Oberkörper Holz hacken, ohne dass es scheiße aussieht. Glück kann so einfach sein.
Über die natürliche Geschwindigkeit der Nahrungsaufnahme:
Langsame Esser machen aggressiv, da können sich alle Ernährungswissenschaftler auf der ganzen Welt tausendmal darüber einig sein, dass ordentlich Kauen gesund ist, die klügere Ernährung, weil: Der Magen hat keine Zähne. Zähne vielleicht nicht, dafür aber Magensäure. Der Mensch ist von Natur aus nämlich ein Schlinger, Stichwort Mangelsituationen. Vor aus evolutionärer Sicht lächerlich kurzer Zeit hatten die Menschen nichts, aber auch gar nichts zu beißen außer vielleicht ein paar wilden Beeren oder zermanschtem Fallobst oder toten Insekten. Und wenn alle Jubeljahre und unter hohem Blutzoll (gutes Wort) ein schönes Stück Wildbret auf dem Grillspieß landet, hieß es reinhauen, aber zügig, bevor Meister Petz kam und den Braten einkassierte. Damals wäre man mit "Ratschlägen" von selbsternannten Ernährungspäpsten nicht weit gekommen: Fünf bis zehn unendlich kleine Mahlzeiten, in regelmäßigen Abständen bewusst genossen und sorgsam gekaut, um den gottverdammten Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Und am Gürtel baumelt ein Fünf-Liter-Kanister stilles Wasser mit Saugschlauch, an dem man nuckeln soll wie ein Kleinkind. Schon mal was von Wasserödem gehört? Oder Durst? (Ein Signal des Körpers, dass er Flüssigkeit benötigt.) Egal. Esther mit ihrem abartig langsamen Gemampfe hätte unter natürlichen Bedingungen keine Chance.
Wer noch mehr Lebensweisheiten von Philosoph Heinz Strunk braucht, der greift noch heute zu dessem neusten Werk:
"Die Zunge Europas", Rowohlt-Verlag, 320 Seiten, 19,90 Euro
Bielefelder Flaneure - 2008/10/29 07:51