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Simon Borowiak & seine Tripel-Premiere in Bielefeld

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Er schenkt uns einen wunderbaren Abend, wir schenken wir ihm ein prima Flaneur-Plakat:
Simon Borowiak nach der Lesung mit seinem neuen Wandschmuck für die heimische Küche


Simon Borowiak, der Meister des exquisiten Wortwitzes, besucht Bielefeld auf Einladung des Kreis 74 und präsentiert eine solide Tripel-Premiere: Zum ersten Mal ist er in Bielefeld. Zum ersten Mal liest er ohne Kollegen. Zum ersten Mal liest er aus seinem neuen Buch Wer Wem Wen. Danach reist er weiter, nach Köln. 1LIVE wartet mit einer Stunde Klubbing auf ihn. Wir trösten uns mit Sofa, ein Beziehungsschlamassel in 5 Akten, Borowiaks Theaterstück über ein Ikeasofa und drei Menschen, das brandaktuell im Detmolder Grabbe-Haus auf dem Spielplan steht. Die Karten sind allerdings schon bis in den April hinein ausverkauft. Qualität spricht sich halt auch in Lippe rum.

Aber vorher hat er uns einen erhellenden Abend lang vorgelesen aus Alk - Fast ein medizinisches Fachbuch. Für alle, die nicht mehr ins rattenvolle Miner's reinkamen, haben wir hier ein kleines Trostpflaster mitstenografiert: "Die Wissenschaft hat übrigens festgestellt, dass beim leichten Rausch biochemisch genau die gleiche Post abgeht wie beim Sich-Verlieben: Dopamin soweit das Auge reicht. Die Symptome gleichen einander ja auch verblüffend: Euphorie, geminderte Kritikfähigkeit, alles rosarot. Und ebenso wenig, wie jemand von sagen wir mal 90 Gramm Alkohol dauerhaft breit ist, ist jemand dauerhaft verliebt! Verliebtheit hat ihre natürliche Halbwertszeit, geht erst langsam zurück, dann allmählich vorüber, es folgen Kater & Depression (Ehe & Familie), und wer erneut berauscht sein will, braucht dafür die nächste Flasche (Freundin). Das mag zynisch klingen, sind aber die knallharten biologischen Fakten, Leute! Hat sich was mit 'ewiger Treue'! Darauf ist die Natur nicht eingerichtet! Das ganze Leben ist nur eine Abfolge von mehr oder minder kurzen Strohfeuern! Die einzige Konstante ist und bleibt die Veränderung! Diskutieren Sie diese These mit Ihrem Partner. Falls Sie noch mit ihm reden."

Update, 21.02.2008:
Wir haben auf einen Besuch der Detmolder Aufführung verzichtet, denn die Inszenierung hat - wie wir seufzend erfahren mussten - herzlich wenig mit Simon Borowiaks Buch zu tun. Sie soll vielmehr ein besonders schwerer Fall von sehr freier Interpretation sein. Also nichts für Borowiakianer wie uns.

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