Bielefeld horcht auf: Neue Speisen im Rock Café

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Verursacher von Pasta und Hamburger: Wirt Patrik Mowwe und Koch Daniel Ibendahl

Flaneure-Sympathisant Tim hat uns gemeldet, dass sich in der Speisekarte des Rockcafés seit unserem letzten Besuch einiges getan habe. Also machen wir uns auf den Weg zu einem Update. Gut besucht ist die Schänke, viele Gäste haben sich eine hübsch dekorierte Vesper geordert, andere plaudern beim gemütlichen Getränk. Und wieder andere bespielen mit Elan den Billardtisch.

Das Studium der Speisekarte bestätigt tatsächlich zwei neue Sortimente. Neu sind einerseits verschiedene Pastagerichte. Wir entscheiden uns für den Tortellini-Test und haben erstmal einen dicken Teller zu bewältigen. Er ist derart üppig, dass er selbst unseren lieben Stahlbaron zu sättigen vermag. Neu sind außerdem die Hamburger-Varianten Hier wählen wir die Variante Hamburger Classic und erhalten ebenfalls eine erfreulich umfangreiche Portion. Besonders betonen müssen wir hierbei, dass die Rock Café-Pommes komplett hausgemachte Pommes sind. Format, Garstufe und Konsistens überzeugen uns dermaßen, dass wir beschließen, Koch David Ibendahl zu passender Zeit in der Küche aufzusuchen und zu loben.

Vorher dürfen wir jedoch feststellen, dass Wirt Patrik Mowwe beim Servieren von fünf Gläsern frisch gepresstem Ramazzotti eine ausgezeichnete Figur zu machen weiß. Daher freut es uns, dass er diesen Vorgang im Laufe des Abends gekonnt wiederholt. Gern bitten wir den netten Mann an unseren Tisch und freuen uns, den gelernten Koch als kundigen Gesprächspartner in Sachen Bielefelder Nachtleben und eng verwandten Themengebieten kennenlernen zu dürfen. Kein Wunder, dass der Abend dabei lang wird und wir zusätzlich zu den Standardgetränken nach einem Kaffeegetränk verlangen. Vor allem unserem verehrten Stahlbaron hat es der Kaffee alsbald sehr angetan. So lässt er sich gern wiederholt Tässchen von der sympathischen Servicekraft Eva servieren. Danke, Flaneur-Sympathisant Tim, für den Tipp! Er hat uns einen schön Abend beschert.

---> Rockcafé Bielefeld, Neustädter Straße 25, 33602 Bielefeld

Frau Özden wartet auf den Oberbürgermeister

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Mag nicht arbeitslos sein: Yildiz Özden umrahmt von den Gästen Gülistan Kraman & Horst Buntin

Hilfesuchend hatte sich Yildiz Özden letzte Woche an Oberbürgermeister Peter Clausen gewandt. Ihr Eiscafé Costa Paradiso, so hatten ihr städtische Mitarbeiter erklärt, müsse am 1. September geschlossen werden. Der Umbau des Kesselbrinks mache das notwendig. Was Frau Özden aber nicht verstand: Warum jetzt schon schließen, wenn bis zum Beginn des Umbaus noch diverse Monate vergehen sollen??? Mit den Unterschriften von 140 zufriedenen Kunden ("Für den Erhalt des Eiscafés!") war die wackere Frau letzte Woche unangemeldet beim OB erschienen und hatte ihn um einen Aufschub des Rauswurfs gebeten. Clausen bekundet Verständnis und versprach, sich bis heute (31.08.) zu melden. Tja, leider ist nichts daraus geworden. Daher wartet Yildiz Özdem immer noch - und wird ihr Eiscafé weiterhin geöffnet halten. Das freut die zahlreichen Stammgäste, die das Eiscafé gern nutzen. Und Frau Özden muss nicht zum Arbeitsamt gehen.

P.S.: Wir mögen dies Eiscafé allein schon deshalb, weil wir hier seinerzeit eine prima Pressekonferenz abgehalten haben.
Sie werden sich gewiss an den Anlass erinnern: Wir vermittelten damals ein Bielefelder Speibecken in die Schweiz.

---> Eiscafé Costa Paradiso, Friedrich-Verleger-Straße 11, 33602 Bielefeld (Kesselbrink, am Taxistand)

Update, 01.09.: Die Ungewissheit hat Yildiz Özden fast die ganze Nacht nicht schlafen lassen. Wenn ihr nicht alle Stammgäste gut zugeredet hätten, auch heute das Eiscafé wieder zu öffnen, hätte sie vielleicht nicht die Kraft dazu gehabt. Und heute am frühen Morgen kam dann der Anruf eines Sachbearbeiters aus dem Rathaus: Fristverlängerung bis zum 19.09.

Paula: "Die besten Tintenfische meines Lebens!"

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Glückliches Babenhausen-Süd: Was Adam Georgakis serviert, ist immer gut

Flaneure-Sympathisant Nico gibt uns den Tipp, unbedingt nach Babenhausen-Süd zu reisen. Eine neue Gaststube habe sich dort niedergelassen, sie biete echte griechische Küche. Also nix wie hin! Schon beim Betreten des kleinen Gastraumes bemerken wir, dass es hier nicht nach Grill riecht, sondern nach Küche duftet. In der offnenen Küchenzeile sehen wir Köchin Evangelia Georgakis fleißig werkeln und sind gespannt, was sie uns zaubern wird.

Zum Warmessen erhalten wir einen wohlschmeckenden frischen Salat, den wir mit drei gaumenfreundlichen Vorspeisen flankieren. Und dann kommen auch schon die Kalamaris. Auskunft der Speisekarte: "gebraten nach Omas Art!!!" Hut ab, Oma hatte es drauf. Nicht minder erfreulich sind der Grillteller sowie der Europateller, zu denen köstliche Knoblauchkartoffeln gereicht werden. Am Ende erhalten wir unaufgefordert einen lieblichen Nachtisch, ein Gedicht aus Pflaume und Zimt. Und als der Abend ganz schön weit vorangeschritten ist, überrascht uns die kreative Köchin mit einem selbst bereiteten feurigen Käsegedicht. Nun ist unsere Zufriedenheit grenzenlos.

Am Nebentisch sitzen Paula und Sabine. Die ernorm netten Damen sind heute zum ersten Mal hier und zeigen sich von den Speisen ebenfalls sehr beeindruckt. Paula versichert uns gar, hier "die besten Tintenfische meines Lebens" gegessen zu haben. Na, auf einen solchen Glücksfall prosten wir doch gern wiederholt an. Als sehr fleißig und freundlich fällt uns nicht nur Georgakis junior auf, auch sein Vater erweist sich als netter Gastgeber. Er zeigt uns den kleinen Kräutergarten der Taverne und auch, was die Familie weiter hinten anbaut: Gemüse aus Freilandhaltung. Gern sitzen die Wirtsleute nach vollbrachter Arbeit mit den Gästen beisammen, wie mit den Stammgästen Karla und Rolf Pepper. Genaus so stellen wir uns eine gastliche Schenke vor.

---> Taverne bei Adam, Babenhauser Straße 47, 33613 Bielefeld

Wo die guten Gitarren herkommen

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Der Meister mit einem seiner Kinder: Ludger Wannenmacher im Schauraum der Werkstatt

Heute sind wir arg aufgeregt, denn wir sind in die Werkstatt des Gitarrenbaumeisters Ludger Wannenmacher eingeladen. Natürlich kommen wir nicht mit leeren Händen, sondern haben ausreichend Erfrischungsgetränke und gutes Futter mitgebracht, und zwar von unserem Lieblingschinesen, dem Kaiserpalast: Extra dicke Portionen gebratene Nudeln - mmh, lecker! Bei einer guten und üppigen Abendspeise lässt sich gut plaudern. So erfahren wir, dass wir uns in einer ehemaligen Fabrik für Damenoberbekleidung befinden (im alten Chefzimmer könnte man sofort einen 50er-Jahre-Film drehen). Auch erhalten wir erste Infos über die Kunst des Gitarrenbaus im Speziellen (Fichte ist gut geeignet, wenn sie kurz vor der Baumgrenze gewachsen ist) und im Allgemeinen (die Herstellung einer Gitarre benötigt gern mal sechs Wochen).

Prall gesättigt folgen wir dem sympathischen Meister in seine Werkstatt. Sie empfängt uns mit passendem Ambiente und schaut doch an jeder Ecke anders aus. Hoch oben unter der Decke lagert das Holz, aus dem die Gitarren entstehen. Sorgfältig ist das Jahr notiert, an dem es hier eingelagert wurde (z.B. 1988). Detailiert und anschaulich beschreibt uns Ludger Wannenmacher jeden Arbeitsschritt seiner Handwerkskunst. Auch in die Geheimnisse des Innenraums einer Gitarre (Fächerbalken!) lassen wir uns mit Stauneaugen einweihen. Den schönen Glanz seiner Klangkörper erzeugt der Meister durch dreißigfaches Auftragen einer Schellackschicht. Ja, Sie haben richtig gelesen: 30mal wird der Lack von Hand aufgetragen und eingerieben. Den Grundstoff für den Schellack produziert eine Laus (kein Quatsch) und Ludger Wannenmacher bezieht ihn in fester Form. Aufgelöst in Alkohol hat er einen angenehmen Geruch, wovon sich unser heutiger Gast Georg Luibl gern selbst überzeugt. In einer schönen Vitrine kann sich der Kunde allerlei Accessoires für sein Schätzchen punktgenau auswählen.

Gitarrenspieler wie Toto Blanke, Reinhold Westerheide, Stefan Gwildis oder Willy Astor nutzen Ludger Wannenmachers Gitarren gern. Eine schöne Geschichte hören wir über eine Gitarre, die von einer Kundin bis nach Texas verschenkt wurde. Der Beschenkte hat dem Gitarrrenbaumeister anschließend eine CD zukommen lassen, die er mit der Gitarre eingespielt hatte. Aber Ludger Wannenmacher kümmert sich nicht nur um die Geburt neuer Gitarren. Man kann man sich auch vertrauensvoll an ihn wenden, wenn eine Gitarre erkrankt ist. Zahlreiche Reparaturen führt er jedes Jahr aus. Mal sind die Bünde abgenutzt oder durch einen Hausunfall ist der Korpus porös geworden - egal, der Meister heilt jede Gitarrenwunde. Am Ende dieses schönen Abends wird unser Erlebnis kulturell bestens abgerundet, denn Ludger Wannenmacher spielt uns schöne Weisen auf einem seiner Kinder vor.

---> Gitarrenbaumeister Ludger Wannenmacher, Buddestraße 9, 33602 Bielefeld

Laki kriegt sie alle satt

Grill-Athen
Laki (Wirt, Koch & Musiker) mit den charmanten Serviererinnen Maria und Anastasia

Kurz nachdem unsere Limousine Heepen erreicht hat, sehen wir auf der rechten Straßenseite einen Grill, der in den letzten Jahren oft seinen Namen geweselt hat. Jetzt heißt er Grill Athen und verspricht genau das zu sein, was man früher einen "Fressgriechen" nannte. Da wir einen virulenten Fleischhunger verspüren, wollen wir hier einchecken. Die Gaststube ist deutlich größer als wir es von außen vermutet hätten. Viele Gäste sind an Bord, sie hocken vor üppig belegten Teller und geben zufriedene Schmatzgeräusche von sich. Außerdem erscheinen zahlreiche Leute, die mit frohem Gesichtsausdruck ihre telefonische Vorbestellung in weißen Plastiktüten heimtragen dürfen. Der Grill Athen hat ganz offensichtlich eine solide Zahl von Stammkunden. Wir machen es uns unter einem fröhlichen Lautsprecher bequem, der keinen Höhepunkt der griechischen Hitparade auslässt.

Und nun sind wir an der Reihe. Start mit einer extra üppigen Salatschüssel. Warnung: Untrainierte Esser könnten schon hierbei schwächeln. Aber dann wird es wirklich ernst. Mit großem Vergnügen gönnen wir uns heute ein saftiges Schweinefilet mit eingebackenem Schafskäse inklusive einer schmackhaften eiskugelförmigen Schafskäsevariation. Desweiteren lassen wir uns einen vollmundigen Balkanteller zuführen sowie am Ende noch die Hausplatte, damit wir uns auch am Lamm erfreuen können. Unser heutiger Sondergast Ludger Wannenmacher füllt sich konsequent mit einem Souvlaki spezial ab. Und auch er hat am Ende keinen Stauraum mehr im Magen frei. Von Wirt Laki erfahren wir, dass er sich stets wundert, wenn ein Gast nach vollzogener Sättigung den Teller völlig leer abliefert. Die herzensgute Serviererin Maria kann nicht mitansehen, dass wir ohne stilechten griechischen Nachtisch ins Bett gehen wollen. Also schenkt uns die gute Frau eine schöne Platte mit Wassermelonenstücken. Danke, Maria! Wirt und Koch Laki entpuppt sich am Ende noch als gekonnte Musiker. Jeden Samstag spielt er für seine Gäste, und wir erhalten heute kleine Kostproben seines Könnens. So wird unser Abend kulturell 1a abgerundet.

Weil es hier so nett war, schenken wir dem Grill Athen zum Abschied unser beliebtes Flaneur-Logo als Graffiti-Kunstwerk. Unser zufriedener Gast Ludger Wannenmacher führt die Spraydose mit gekonnter Hand. Sein Werk können Sie nun direkt am Eingang über dem Zigarettenautomaten bewundern.

---> Grill Athen, Heeper Straße 394, 33719 Bielefeld

Jetzt kommt Verve in die Bielefelder Gastronomie

Verve-Bielefeld
Sympathische Trendsetter: Wirtsduo Michael Klein & Dennis Wehking

Der chronisch verwaiste Klosterplatz hat einen neuen Bewohner bekommen. Vor kurzem hat hier eine Schänke namens Verve eröffnet und unsere Aufmerksamkeit erregt. Nun rücken wir in die entzückende Außengastronomie des Verve ein und bewundern die gestalterisch gut gemachte Speisekarte, genauer: das Speisebuch. (Hinweis: Kluge Gäste nehmen sich Zeit, um in der Speisekarte das Tucholsky-Gedicht zu genießen) Das Verve bietet eine moderne Angebotspalette, jedoch ohne Kokolores. Die Preise sind angemessen und ohne Hipness-Zuschlag.

Selbstlos testen wir für Sie aus der Serie "Wir lieben amerikanischen Kulturimperialismus" einen herzhaften Baconburger sowie einen vollmundigen Chiliburger. Beide Probanden erweisen sich quantitativ und qualitativ als sehr ergiebig und werden unsere Freunde. Aus der Serie "Wir lieben Omas Küche" verspeisen wir eine süffige Linsensuppe mit Mettenden sowie eine liebe Forelle mit ehrlichen Pilzen und zufriedenen Salzkartoffeln. Bei beiden Gerichten bleibt rein gar nichts übrig. Jedenfalls fast nichts. Im Gedenken an Bielefelds englische Partnerstadt (äh, wie heißt die noch gleich?) ordern wir außerdem Fish & Chips, und wir bereuen es nicht. Am Ende sind wir alle sehr zufrieden - nur unser lieber Stahlbaron noch nicht so ganz. Er drängt auf ein Testessen der Käse- und Wurstplatte. Für diesen Eifer danken wir ihm sehr, denn die Platte sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern schmeckt auch so. Sehr wichtig bei dieser Speisenfolge ist die zuverlässige Bierbringerin Rahel. Keinen Moment lässt uns die freundliche Dame dursten. Und mit fortschreitendem Abend schmeckt das bekömmliche Staropramen immer besser.

Als das kreative Wirtsduo Michael Klein & Dennis Wehking an unserem Tisch platz nimmt und all unsere Fragen beantwortet, erfreuen uns die Herren mit Stichpimpuli, einem erstaunlichen Lecker-Likör, den unsere heutige Lieblingsserviererin Rahel ebenfalls gekonnt aufträgt. Dann lädt uns Michael Klein zu einer Führung durch's ganze Haus ein. Dabei begrüßen wir zuerst den süßen hauseigenen Schwanzlurch (mit dem Michael Klein übrigens schon vor der literarischen Furore von "Axolotl Roadkill" einen stillen Lebensbund eingegangen ist). Zu jedem Stuhl, zu jedem Mauerstück hat Michael Klein anregende und interessante Geschichten zu erzählen. Das Haus ist hundert Jahre alt (ehemals "Klostertube" und "Papillion"), das Mobiliar stammt aus alten Bielefelder Gastrobeständen (hier finden Sie keinen Stuhl zweimal), und die Lampen über dem Tresen sind Waschglocken (historische Fundstücke aus dem Keller des Hauses). Uns wird klar: Wir befinden uns eigentlich in einem Museum. Eine Etage höher (Alternativeingang Oberntorwall) steht ein prima Raum mit bis zu 80 Plätzen bereit, der alsbald für Musik und Lesungen herhalten soll.

Als wir das gastliche Verve verlassen, liegt eine tiefe Nacht über der Stadt, und wir sind uns sicher, dass das Verve neuen Schwung an den Klosterplatz bringen wird.

---> Verve, Klosterplatz 13, 33602 Bielefeld

1.000.000 Scoville zur Currywurst gefällig?

Curry-Boerse
Spezialist für scharfe Sachen: Betriebsleiter und Wurstbräter Marko Eilers

Zehn Monate schon brutzelt die "Curry Börse" in Bielefelds Innenstadt Würste und Pommes - aber wir sind immer noch nicht dort gewesen. Das wollen wir heute ändern. Das Wetter ist akzeptabel, so dass wir ein Tischchen an der gut frequentierten Friedrich-Ebert-Straße beziehen können, um eine urbane Umwelt beobachten. Vorher haben wir in der Gaststube die umfangreiche Wursttafel bestaunt. Bei solch ungewohnter Vielfalt ist die Entscheidung gar nicht so einfach. Schließlich wählen wir die Bratwurst vom Lamm, die Bratwurst vom argentinischen Rind sowie die Bratwurst von der Wildsau. Dazu gönnen wir uns Pommes Frites und die Beilagen in den Farben rot, weiß, gelb. Wer mag, kann sich hier als Abendtrunk Champagner eingießen lassen, wir bevorzugen jedoch momentan Becks-Bier und Fritz-Kola. Alles schmeckt akurat, und auch die Würste überzeugen. Bei den Pommes scheiden sich unsere Meinungen geringfügig. Den letzten Esser von uns überzeugen sie jedoch endgültig, als die Mayo und das Ketchup gut in die Pommes eingesuppt sind.

Als wir schließlich satt sind und die Dunkelheit in die Stadt kriecht, räumt Marko Eilers die Gaststube auf und beendet seinen langen Dienst gegen den Hunger der Stadt. Anschließend setzt er sich gemütlich zu uns und beantwortet freundlich alle unsere Fragen:

Wo kommt die Wildschweinbratwurst her? Aus Rietberg. Ein Jäger, der zugleich Metzger ist, verwandelt die selbst geschossenen Tiere in seinem Keller in wohlschmeckende Würste. Selbstverständlich kann er nur liefern, wenn ihm auch ein passendes Tier vor die Flinte gelaufen ist. Welche Würste gehen am besten? Platz 1: Die westfälische Bratwurst. Platz 2: Die Berliner Bratwurst. Platz 3: Die argentinische Bratwurst. Die Curry Börse verkauft höllenscharfe Saucen - wie oft musste schon der Krankenwagen kommen? Erst zweimal. Die meisten Bielefelder sind offenbar schärferesitent. Wer hatte die Idee zur Curry Börse? Ein Gütersloher Motorradfahrer. Und am Ende fragt uns Marko Eilers, ob wir Bratwurstvorschläge hätten, denn die Wursttafel der Curry Börse variiert ständig. Selbstverständlich schlagen wir eine feine Pferdewurst vor. Die würden wir dann sogar mit den höllenscharfen Saucen probieren, zu denen wir heute - wir gestehen es - keinen Mut hatten.

---> Details zur brandheißen Scoville-Skala, nach der hier die Saucen gestaltet werden.

---> Curry Börse, Herforder Straße 12 / Ecke Friedrich-Ebert-Straße, 33602 Bielefeld

Wir sind dabei: Bielefeld braucht das Kamp!

Kulturkombinat_Kamp
---> Hier alles lesen

Bielefeld Ideengeber für Ruhr 2010

Ruhr_2010
Nein, das ist nicht unser Ostwestfalen-Damm, sondern (nur) der Ruhrschnellweg

Wir haben einen Wochenendausflug gemacht. Ziel: Kulturhauptstadt Ruhr 2010, und zwar das Still-Leben Ruhrschnellweg. Die A40, Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets, war heute für einen Tag autofrei. Millionen Fußgänger, Radfahrer und Rollschufahrer haben sie stattdessen bevölkert Und wir sind dabei gewesen. Unser Verdacht, dass mit diesem aufsehenerregenden Ereignis ein Plagiat unseres weltberühmten run & roll day versucht wurde, hat sich voll bestätigt. Gelassen nehmen wir zur Kenntnis, dass Bielefeld immer wieder Ideengeber für andere Metropolenereignisse ist und gehen natürlich davon aus, dass demnächst Bielefeld Europas Kulturhauptstadt sein wird.

Plagiat hin oder her - es war trotzdem sehr nett. Alle Menschen waren bester Stimmung, und viele kleine und große Kulturbeiträge haben das ihre getan, um uns zu erfreuen. Zum Beispiel eine engagierte Dampfkapelle, die auf Höhe der Dortmunder Westfalenhalle dem Freizeitvolk mit wilden Klängen (Fiesta Mexicana, Walzer und Polka) einheizte. Willig folgten die Zuschauer den Anweisungen des Kapellmeisters, um im Rhythmus der Klänge fröhliche Popo- und Kreiselbewegungen zu vollziehen. Dieses hübsche Beispiel bundesdeutscher Tanzkultur haben wir als Anregung für Ostwestfalen hier in Bild und Ton dokumentiert.

Endlich: Ein Flaneur-geprüfter Biergarten!

Dakota
Fröhliche DaKota-Mannschaft: Detlev Bollhast, Klaus Störmer und Jochen Hartmann

Sie wollen eine Kleinigkeit essen & trinken und befinden sich auf der Flucht? Vor dem Gerichtsvollzieher, der Ex-Freundin, den Hells Angels? Dann ist das Bistro DaKota bestens für Sie geeignet - denn es hat zwei Ein- bzw Ausgänge. Der offizielle Eingang ist am Klosterplatz, er ist auch die Postadresse. Und der Hintereingang ist vom Oberntorwall aus zu erreichen. Wir nehmen natürlich den Hintereingang, denn sowas passt besser zu uns und außerdem steht man dann direkt im DaKota-Biergarten.

Hier lassen wir uns nieder und erfreuen uns an der süßen Idee, in das, was andere vielleicht eine Baulücke nennen, einen kleinen Biergarten zu installieren. Zwischen zwei großen Innenstadthäusern eine stationäre Trinkgelegenheit anzubieten - besser geht's eigentlich nicht. Jochen Hartmann, der Mann mit dem Frank Zander-Lächeln, bringt uns die Biere und die Speisenkarte. Aus dem Angebot der Bier-begleitenden Speisen wählen wir Frikadellen und den großen Käseteller. Außerdem rücken wir der Salamipizza zu Leibe sowie einer anderen Pizza, deren Namen wir aber vergessen haben. Unser lieber Stahlbaron entscheidet souverän, dass ihm die Frikadellen mit Brot & Mostrich vortrefflich schmecken.

Im Laufe des Abends zieht ein Wetter auf. Der Himmel öffnet sich mit Macht und spült den Biergarten gut durch. Ah, das erfrischt! Und sieht dann so aus. Wer nicht im Regen sitzen mag, aber den Biergarten trotzdem nicht verlassen möchte, der huscht kurzerhand in die Kota. Eine Holzhütte finnischer Bauart, die die Namensgeberin des Bistros ist. Hier kann ein gutes Dutzend Gäste sogar überwintern, denn zur Ausstattung der Kota gehören u.a. Rentierfelle, worauf uns Wirt Klaus Störmer nicht ohne Stolz hinweist. Merken: Wenn sich das mit Ihrer Flucht bis in den Winter hinziehen sollte, dann bleibt das DaKota also auch zu dieser Jahreszeit eine gute Adresse.

---> Bistro DaKota, Klasingstraße 23, 33602 Bielefeld

Bielefelder Sensation: Wurstspürhund Willi

Willi
Wir stellen vor - das neue Mitglied der Bielefelder Flaneure: Wurstspürhund Willi

"Wo ist die Wurst?" lautet die meistgestellte Frage in der aktuellen Grillsaison. Doch darum müssen wir uns nicht mehr kümmern, denn wir haben ab jetzt - Willi! Willi ist ein ausgebildeter Wurstspürhund, der jede Wurst zielgenau stellt. Heute präsentieren wir Ihnen erstaunliche Fotodokumente von Willis komplizierter Ausbildung, die er mit Bravour absolviert hat.

Präzise fixiert Willi das Such- bzw Wurstobjekt. Seinen Laser-gleichen Augen entgeht rein gar nichts. Kurz vor dem finalen Biss nimmt Willis Nase präzise Detailwitterung auf. Auch besonders kleine Wurstfragmente werden mit großer Sicherheit aufgespürt. Nach vollbrachter Arbeit gönnt sich Willi eine feine Portion Schönheitsschlaf.

Vuvuzela - special flaneur edition!

Vuvuzela
Eine besonders leistungsstarke Vuvuzela-Variante ist extra für das Spiel am Samstag entwickelt worden.
Leicht erkennbar am erlesenen Standartenschmuck. Übrigens gut geeignet als aktuelles Geburtstagsgeschenk.

Generationswechsel im Garten-Eis-Café

Garten-Eis-Cafe
Zwei Generationen Bielefelder Eisversorgung: Sohn André Schulz und Mutter Dagmar Kreft

Dieser Beitrag ist gewidmet: Frau Kath

Das Wetter lockt zum Eisgenuss! Und wer ein Qualtiätseis in bestem Ambiente schlecken möchte, begibt sich natürlich zum ruhmreichen Garten-Eis-Café schräg gegenüber dem städtischen Krankenhaus an der Teutoburger Straße. Hier wird Leckerschmeckereis nach Familienrezept selbstgefertigt, und zwar schon seit 1987. Nun hat 2010 der Generationswechsel stattgefunden. Sohn André Schulz hat das Garten-Eis-Café komplett von seiner Mutter übernommen. 1987 hatte die findige Dame aus einem grauen Hinterhof das Garten-Eis-Café gezaubert, und seither hat es sogar noch beträchtlich an Idylle gewonnen. Im vorderen Bereich finden sich hübsche Sitzinseln, und den hinteren Bereich umrankt ein feiner Garten. Hier sorgt das kleine Mischeis gleich doppelt so effektiv für Entspannung und Seelentrost. Wir haben natürlich auch von den dicken Eisbechern genascht (wir sagen nur: Amarena-Becher), doch der war derart köstlich, dass wir doch glatt versäumt haben, ein Doku-Foto für Sie zu erstellen. Also müssen Sie schon selbst hingehen und es sich bestellen. Natürlich kann man sich hier auch ein Eishörnchen gönnen. Wie z.B. Frau Johanna, unsere heutige nette Begleitung, die das Hörnchen mit einer Kugel gewählt hat. Wen Sorgen plagen, dass Eis zuviel Kalorien enthalte, dem können wir versichern: Kein Problem, alles biologisch abbaubar.

Am Nebentisch erfrischt sich Gelegenheitsgast Thomas Bartis (aus Hannover) mit einem feinen Eisbecher und zeigt sich dabei ebenfalls äußerst zufrieden. Aber mal ehrlich: Hätte jemand etwas anderes erwartet?

---> Garten-Eis-Café, Teutoburger Straße 45, 33604 Bielefeld
---> Jeden Tag von 11 Uhr bis 21 Uhr geöffnet

Die Mörderportionen im Grill Olympus

Olympus-Team
Wohlverdientes Päuschen vor dem Grill: Mahmut Türkan, Vakkas Dönmez und Turan Ari

Wer so richtig hungrig ist, hat uns ein Stadtgerücht verraten, der geht auf direktem Weg zum Grill Olympus. Also gehen wir auf direktem Weg zum Grill Olympus. Ein kleiner, zweckmäßig eingerichteter Raum empfängt uns. Viele Menschen mit schwerem Abendhunger stehen am Tresen und freuen sich über dicke Futterpakete, die ihnen für zu Hause über die Theke gereicht werden. Wir gliedern uns in eine rustikale Sitzecke ein, von wo man alle Ereignisse gut im Blick hat. Und sogleich sind wir im netten Kontakt mit Michael und Rolf. Die beiden fröhlichen Grillgäste sind in Feierabendlaune, und in gehobenem Plauderton versüßen sie uns die Wartezeit mit regionalen Geschichten ("Wir sind beide an der Bleichstraße aufgewachsen.") und beherzten Bonmots ("Michael, ich hab' einen neuen Job für dich: Türe aufhalten für Jopi Heesters.")

Währenddessen ist Wirt Turan Ari fleißig. Er schneidet unser Gyros, denn wir haben uns Gyros-Arrangements gewünscht, und zwar in den Varianten: großer Gyros-Teller ohne Pommes, großer Gyros-Teller mit Pommes sowie großer Gyros-Teller mit Pommes und Mayo. Unser abschließender Befund lautet: Selten sind wir so wunderbar kompakt gesättigt worden. Auch der Frischzwiebelanteil war ganz nach unserem Bedarf. Nun drücken wir uns ein Bäuerchen ab und wenden uns dem Flaschenbier zu. Zum Glück erweist sich Mahmut Türkan als sorgfältiger Ouzo-Nachschenker, so dass dem Verdauungsapparat schnell auf die Beine geholfen werden kann.

Um uns rum weiterhin zufriedene Stammkunden wohin man schaut. Beispielhaft von uns fotografisch dokumentiert: Vakkas Dönmez überreicht eine fachmännisch verpackte Portion Gyros an die dankbare Stammkundin Isabelle. Ihr glasklarer Kommentar: "Hier sind die Speisen lecker." Allerdings kennen wir ein weiteres wichtiges Erfolgsgeheimnis des Grill Olympus: Die Mörderportionen! Erfunden hat sie vor gut 20 Jahren der Onkel von Wirt Turan Ari. Als er den Grill vor sechs Jahren von seinem Onkel übernommen hat, war für Turan Ari klar, dass er neben der frohen Würze auch die Quantitäten nicht vernachlässigen darf. Eine Entscheidung, für die Bielefeld bis heute dankbar ist.

---> Grill Olympus, Bleichstraße 87, 33607 Bielefeld

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Okay, ist notiert.
Bielefelder Flaneure - 2010/08/25 18:48

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