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Wir helfen immer gern: Unser Carrera-Bahn-Erlebnis

Wenn Menschen in Not sind, muss man helfen - ohne zu zögern! So auch in diesem Fall.
Das Sportartikelfachgeschäft Schlepper Sport sucht Hilfe beim Aufbau einer Groß-Carerra-Bahn
Als Lohn winken uns: 20 Frikadellen, 2kg Kartoffelsalat, 2 Kisten Bier und 1 Flasche Ramazzotti
Lesen Sie den Fotoroman über unseren ebenso heiklen wie selbstlosen Einsatz in der Altstadt


Frikadellentisch
Vor der Arbeit gibt's Leckerchen: 20 Frikadellen & 2kg Kartoffelsalat vom Jibi, Kurze Straße

Loewensenf
Unser Stahlbaron wird zum Senfmeister und gibt seinen Senf liebendgern auch hier hinzu

Ramazzotti2
Um das Abendmahl rund zu machen, schenkt unser fürsorglicher Hausherr Ramazzotti aus

Carrera-Bahn
Dermaßen bestens gestärkt gehen wir nun systhematisch an die hochkomplizierte Arbeit

Carrera-Bahn1
Kein Irrweg ist uns zu abwegig. Die Bahn wächst und wuchert, dass es eine liebe Pracht ist

Start
Und nun startet das erste Rennen! Pfeilschnell rasen die Skibobs durch die wilden Kurven

Carrera-Bahn3
Die Piloten geben alles! Souverän lenken sie die Hochleistungsfahrzeuge durch den Parcours

Carrera-Bahn2
Selbst in der Todeskurve gibt es kein Zaudern. Doch welcher Skibob wird am Ende siegen?

Skibob
Natürlich siegt unser Flaneure-Skibob mit Bravour. Hatte jemand etwas anderes erwartet?

Brut-Dargent
Wie es sich für ein Rennsportereignis gehört, wird zum Abschluss eine Flasche Sekt geköpft

Spiegel-Siegel
Das gibt uns den Rest, und sogleich sprayen wir unser Flaneur-Logo an den größten Spiegel

Schlepper-Sport
Und so endet dieser ganz besondere Abend mit einen glücklichen Schlepper Sport-Chef

Wenn Schildesche Nahrung sucht: Holzweiler hilft!

Marianne-Holzweiler
Hat stets gute Laune und eine dicke Flasche Joppie zur Hand: Wirtin Marianne Holzweiler

Unser letzter Volltreffer in Schildesche hat uns neugierig gemacht. Kann man in diesem eigenwilligen Suburb weitere Gastroperlen finden? Eifrig kreuzen wir mit unserem Kraftfahrzeug durch die Straßen - und entdecken Holzweiler's Schnellimbiss. Nett empfängt uns Marianne Holzweiler und erläutert bereitwillig ihre kreative Speisekarte. Mit Bedacht wählen wir daraus eine Doppelportion Cheeseburger (natürlich mit hausgemachtem Fleischinlet). Die Großformatigkeit der Burger erfordert eine gewisse Bissgeschicklichkeit. Außerdem wählen wir den Cheeseburger mit Pommes (gut zu erkennen: die süffigen Röstzwiebeln) sowie Currywurst und Pommes weiß (obligat wird hierzu ein Brötchen serviert, was aber niemand braucht, denn die Portion ist mindestens XL). Nach vollzogenem Fressgenuss ist man garantiert so richtig schön satt. Zum wohligen Abschluss reicht uns die fürsorgliche Marianne Holzweiler eine hübsche Lage Kuemmerling, die wir natürlich sofort und gern leeren.

30 Berufsjahre hat Marianne Holzweiler nun schon in der Bielefelder Gastronomie absolviert, aber bis heute hat sie sich ihre Freude am Gästeverwöhnen bewahrt. Als sie hier vor diversen Jahren ihren Schnellimbiss eröffnete, waren die Schildescher anfangs, so verrät sie uns, ein wenig misstrauisch. Aber inzwischen hat sich ein schöner Kreis treuer Stammgäste gebildet, der ihre soliden Portionen zu schätzen weiß. Vor allem hungrige Schüler gehören zu ihren versierten Stammgästen, und die lassen sich die Pommes zu den Chicken Crossies gern mit Joppiesauce veredeln (Produkthinweis: In Marianne Holzweilers Speisekarte findet sich unter "Junge Küche" der Joppie-Teller). Bonushinweis für die letzten Bielefelder Raucher: Vor dem Imbiss wartet ein edel arrangierter Rauchertisch, der das Verweilen müßig gestaltet. Alles in allem haben wir uns bei Holzweiler's Schnellimbiss tüchtig wohl gefühlt. Resümee: Schildesche hat's drauf!

---> Holzweiler's Schnellimbiss, Am Vorwerk 33 (Ecke Engersche Straße), 33611 Bielefeld

Die Flaneure sind im Café gewesen - im Café Moritz!

Cafe-Moritz
Zuständig für gute Laune und gute Pizza: Die Wirtsleute Antje Schultz & Achim Klußmann

Wir haben unsere Limousine aufgetankt, denn wir wollen in die Ferne reisen. Schildesche ist heute unser abenteuerliches Ziel. Noch ist keine Schildescher Gaststube Flaneur-geprüft, das soll sich nun ändern. Aber erstmal irren wir verunsichert umher. Ah, dort lockt eine liebe Gasse. Hier kann man sogar parken. Und schon leuchtet ein nettes Schild, wir lesen: „Café Moritz“. Nix wie rein! Der Gastraum ist gut gefüllt, allerdings nur mit Frauen. So ist das also in Schildesche, an bestimmten Tagen herrscht Ausgehverbot für hiesige Männer. Derweil sitzt die Damenwelt im Café Moritz, spielt Karten und trinkt Bionade. Jetzt werden auch schon unsere Pizzen geliefert. Sie tragen, so dürfen wir erfahren, die Namen von Stammkunden, deren Lieblingspizzen die Speisekarte bilden. Wir kosten Pizza Mario (Schafskäse, Oliven, Peperoni), Pizza Jokel (Blattspinat, Ei, Salami) und Pizza Nico (Kochschinken, Salami). Hmm, wir sind sehr zufrieden. Sogar der Rand schmeckt bestens. So soll es sein.

Gut gesättigt nehmen wir mutig Kontakt zur Schildescher Damenwelt auf. Am Nebentisch sitzt ein weiblicher Kegelclub, der, so notieren wir erstaunt, noch nie gekegelt hat, sondern hier regelmäßig Karten spielt. Ab sofort ist der Schildescher Kegelclub „Die feuchten Kegel“ unser Lieblingskegelclub. Und da kommt auch schon Wirt Achim Klußmann und beglückt uns mit einem schönen Mischtablett. Im weiteren Verlauf des Abends schenkt der hochsympathische Mann die Grappa direkt am Tisch nach – mit gekonnter Arm- und Zungenhaltung.

Zum Ende des Abends sorgt Achim Klußmann für eine brillante Innovation. Kaum haben wir seiner Gaststube unser Flaneur-Logo geschenkt, fordert er uns mit strahlenden Augen auf, diese Graffitiarbeit auch an seinem Automobil sowie an dem seiner lieben Antje Schultz zu vollziehen. Wir lassen uns nicht lange bitten, und so kommt es, dass dieses sensationelle Novum ab jetzt auf zwei verschiedenen Pkw munter durch Schildesche rollt. Vivat Café Moritz!

---> Café Moritz, Johannisstraße 42, 33611 Bielefeld

Leichenwäsche, Gruftkluft, Probeliegen in Bielefeld

Monika-Noller
Hübsche Särgeherberge: Unsere Lieblingsbestatterin Monika Noller im hauseigenen Sarglager

Auch dieses Jahr macht der Herbst seine Sache wieder gut. Feucht und kalt sind die Nächte, die Tage kurz und grau. Da denkt man gern mal ans Sterben. Doch dem Tod real ins Auge zu blicken, ist etwas ganz anderes. Allein beim Gedanken an eine Leichenwäsche überkommt manchen ein kleiner Grusel. Ganz anders sieht das Monika Noller. Die sympathische Dame könnte auf den ersten Blick als Chefin eines englischen Gestüts im ZDF-Sonntagabendfilm durchgehen, doch ihre wahre Profession ist es, ihre Mitmenschen ordnungsgemäß unter die Erde zu bringen.

Natürlich ist sie auch bei trendy Feuerbestattungen firm und weist auf die Chance hin, dass Angehörige dem Brennvorgang nicht nur beiwohnen, sondern ihn auch durch Knopfdruck selbst in Gang setzen. Prima, so können lang gehegte Fegefeuerphantasien legal abgearbeitet werden. Beim Stichwort Gruftkluft gerät Monika Noller ins Schwärmen, so reichhaltig sind die Variationen beim letzten Hemd. Vom eher blassen Einteiler bis zur todschicken Einzelanfertigung ist alles am Markt. Doch die Verwandtschaft wählt meist die Privatkleidung und lässt den Erbonkel im allerbesten Anzug beisetzen. Immerhin hat er ihn stets zu besonderen Anlässen getragen, und der letzte Weg ist fraglos ein besonderer Anlass.

Wer eine Bestattung begleitet, die Monika Noller ausgerichtet hat, der wird Zeuge, dass die umsichtige Dame alles perfekt vorbereitet. Als wir kürzlich mit einer Trauergruppe über den Gottesacker schritten, öffnete sich der Himmel mit einem 1a Schnürregen und wir waren uns einig: Das passt. Still dankten wir Frau Noller auch dafür als wir später im Café Möller bei Schwarzwälder Kirschtorte und belegten Brötchen saßen. Im Juli wird Frau Nollers Standort in der August-Bebel-Straße fünf Jahre alt. Zu diesem Jubiläum wird sie, so können wir hier exklusiv bekannt geben, Bielefeld zum Probeliegen einladen - denn Sarg ist nicht gleich Sarg. Wer sich das entgehen lässt, könnte sich irgendwann auf ewig tot ärgern.

---> Bestatterinnen Noller + Ziebell, August-Bebel-Str. 30 b, 33602 Bielefeld

So richtig schön satt wird man nur in Lottis Grillimbiss

Lieselotte_Woermann
Füttert seit elf Jahren die ganze Bleichstraße zuverlässig mit Pommes: Lieselotte Wörmann

Es ist Abend geworden und in uns keimt Hunger. Präzise: Currywursthunger (inklusive Pommessehnsucht natürlich). Kennen Sie diesen prekären Zustand? Der Magen ist wie leer geschabt (den ganzen Tag Hektik und nix gegessen), und jetzt quengeln die Geschmacksknospen. Aber die wollen garantiert keinen kleinen Salat (Bio) und kein stilles Mineralwasser (aus Italien), sie wollen (O-Ton:) "was Richtiges auf die Gabel" und dazu "einen Eimer Pils" - und zwar sofort!

Wer die Bedürfnisse seiner Geschmacksknospen missachtet, ist seelisch schlimm verschorft. Solche Leute fristen ein Leben als Schnäppchenjäger oder benutzen auf einer dreispurigen Autobahn wie ferngesteuert ausschließlich die Mittelspur (mit 121 km/h). Wir hingegen sind anders, denn wir sind Männer, in denen enorm viel Leben pulsiert. Currywursthunger, das ist die dialektische Einheit von schlimm & wunderbar. Seine Auflösung kommt einem prähistorischen Begattungsakt gleich: lefzenbleckende Vorfreude und wollüstiger Vollzug kulminieren in einem süßen Zufriedenheitskoma. Dazu muss natürlich ausreichend Pils gereicht werden, und wer mag, inhaliert eine Abschlusszigarette. Am Ende rülpst man sanft in die Vorderpfote und einer meldet leis': "Mir ist schlecht." Niedertourig startet der Verdauungsprozess, und die Welt sieht für einen mittelgroßen Moment richtig schön aus.

Dies große Glück verdanken wir stillen Heldinnen wie Lieselotte Wörmann. Lotti, wie die fleißige Frau von Stammgästen liebevoll genannt wird, rackert seit 40 Jahren in der Bielefelder Gastronomie, und seit 11 Jahren gehört ihr "Lotti's Grillimbiss" in der mittleren Bleichstraße. Mit Charme und Witz gibt die weise Dame dem hungrigen Gast, was er braucht. Die Speisekarte ist auf Grillschmäuse der 80er Jahre fokussiert und kennzeichnet den Grill dadurch als eine der letzten Traditionsstuben. Aber nun heißt es Abschied nehmen, denn Lotti Wörmanns Bus fährt um 21 Uhr. Und den Feierabend gönnen wir ihr mit dankbarem Herzen.

---> Lotti's Grillimbiss, Bleichstraße 48a, 33607 Bielefeld

Gar nicht schade: Ein Besuch in der Gaststätte Schade

Schade
Beim Feierabendbierchen: Zufriedene Stammgäste Uwe und Josef mit Wirt Georgios Pone

Wo die Feldstraße auf die mächtige Verkehrsader Herforder Straße trifft, da wohnt seit Jahrzehnten die Gaststätte Schade. Heute wollen wir hier einkehren, um den Abend mit Frischpils und netten Gesprächen abzurunden. Schon beim Betreten merken wir: Hier herrscht gute Kneipengemütlichkeit, die von Dartspielern und Thekenbiergenießern bestimmt wird. Der freundliche Wirt Georgios Pone entpuppt sich schnell als versierter Ouzo-Beibringer, so dass er sofort bei uns punktet. Stammgast Uwe berichtet uns, dass schon seine Eltern in frühen Schade-Jahren hier Stammgäste gewesen seien, und nun ist er der Kapitän der Schade-Dartmannschaft, die es NRW-weit zu Ruhm und Erfolg gebracht hat - Ehrenname: "Schade Fighters"! Entspannt bestellen er und sein Thekennachbar Josef ein neues Pils und zufrieden stoßen mit ihnen auf die gute Kneipenatmosphäre an.

Bielefeld, merk dir diesen Termin: Am 1. November wird bei Schade Geburtstag gefeiert, denn dann ist Georgios Pone ein Jahr Wirt des Hauses. Ein guter Grund, genau dann mal reinzuschauen und ihm alles Gute für das nächste Jahr zu wünschen. In Vorbereitung der Feierlichkeiten erhält die Gaststätte Schade schon jetzt unser prächtiges Graffiti-Geschenk, unser Flaneur-Logo soll auch hier die Wand zieren. Vorbildlich: Als es um's Sprayen geht, lässt es sich Wirt Georgios Pone nicht nehmen, selbst mit Hand anzulegen. Anschließend dokumentieren wir ihn gern neben mit dem schönen Flaneur-Logo. Prosit, liebe Feierabendstube Schade!

---> Gaststätte Schade, Herforder Straße 206, 33609 Bielefeld

Bielefeld besteht den Ich-Denkmal-Test mit Bestnote

Megaphon
Am strategisch gut platzierten Bierwagen: Mit Megaphon & Sammelbüchse für'n guten Zweck

Am Samstag, den 24. Oktober hatten wir - wie angekündigt - unser Ich-Denkmal-Modell auf
die Neustädter Straße gestellt und Bielefeld eingeladen, es zu testen. Denn: Jeder Mensch
ist einzigartig und hat ein Denkmal verdient. Welch gute Figur die machten, die das begriffen
hatten, kann man hier sehen: = klick =

Die ganze Wahrheit über die Frankfurter Buchmesse

Naomi-Fearn
"Ewig staunender Blick" (Spiegel-online über Naomi Fearn): Zu Besuch bei Frau Zuckerfisch

Am Sonntag war endlich Schluss mit der Frankfurter Buchmesse. Die feuilletonistische Dauerberichterstattung über drei Handvoll TV-Promis, ein paar Festmeter Bücher und das böse-böse China ist überstanden. Zeit für einen streng subjektiven Bericht von unserer mutigen Wanderung durch die Messehallen.

Schon am Frühstückstisch im Hotel Cult geht’s los. Die Hoteldirektion hat Gabriele „Die Frisur“ Krone-Schmalz engagiert, damit sie sich unauffällig unter die Gäste mischt und so für Weltstadtflair sorgt. Im Taxi zur Messe erkundigen wir uns beiläufig, wie stark dieses Jahr zur Messe die das Innenstadtbild abrundenden Bordelle aufgesucht werden. Och, murmelt der Chauffeur, für’s Ficken sitze der Euro nicht mehr so locker. Auch habe der Chinamann keine Umsatzsteigerung bewirkt. Tja, Wirtschaftskrise wohin man horcht. Nun sind wir angekommen und reihen uns devot in die gigantische Warteschlange ein. Ein Abfertigungssystem wie bei der Einreise in die USA. Nur der Iris-Scan fehlt. Endlich sind wir drin und lassen uns vom Strom der Millionen treiben. Junge, gutaussehende und hochmotivierte Verlagspraktikanten kübeln Werbemüll in die Massen, und plötzlich stehen wir am üppigen Stand der Bastei-Verlagsgruppe und bestaunen Jerry Cotton. Stilecht mit Wumme präsentiert ihn der Verlag und uns wird plötzlich klar, dass seine Messeanwesenheit vom Feuilleton unisono verschwiegen wurde. Was ist der Grund? Zensur? Wie in China? Wir ziehen weiter und gelangen an den iranischen Stand. Hier ist - totale Messeausnahme - gar nichts los. Nur ein Kind spielt mit sich selbst und ganz hinten sitzt - Folklore live - eine Kopftuchfrau und schaut müde aus. Wir schlendern an den spärlichen Regalen vorbei. Ausschließlich Kinderbücher mit lustig-bunten Illustrationen lächeln uns an. Und dann entdecken wir ein dickes Buch über Adolf Hitler. Der iranische Beitrag zur deutsch-iranischen Annäherung?

Jetzt wird's aber Zeit für einen kleinen Imbiss. Wir suchen den Fastfoodbereich in Halle 4 auf und erwerben Tempotaschentuch-weiche Laugenstangen, belegt mit Salbe (Geschmacksrichtung "Käse"), Industrieputenwurst (Farbrichtung "blass") und einem Salatblatt (Konsistenzrichtung "müde"). Tapfer essen wir alles auf, denn jede Stange hat sieben Euro gekostet. Im heimischen Grill Olympia kann man sich dafür lecker vollfuttern und betrinken - könnten wir maulen. Aber man gibt ja gern. Alsdann verweilen wir bei der eindeutig farbenfrohesten Buchpräsentation. Sie gehört einem Verlag aus Sri Lanka und wird bestens vertreten von einer freundlichen Dame namens Dilani Wijethunge. Artig verabschieden wir uns und taumeln weiter, vorbei an einem Freund von Dieter Bohlen (Wie war noch gleich sein Name?), einem Bergvagabund, der sich ins Flachland verirrt hat usw. usf. - bis wir endlich den Höhepunkt der diesjährigen Buchmesse erleben: Unsere Begegnung mit Naomi Fearn! Herzliche Grüße aus Bielefeld überbringen wir der bezaubernden Künstlerin, deren Zuckerfisch-Comics einen festen Platz haben in Ultimo, Bielefelds beliebtestem Printmedium. (Selbstverständlich präsentiert das aktuelle Ultimo-Heft einen Zuckerfisch-Beitrag zur Buchmesse) Zum Abschied beschenkt uns Naomi Fearn reich, denn sie signiert unsere Zuckerfisch-Bücher mit wunderschönen Zeichnungen.

Nun gibt es für uns keinen Grund mehr, hier weiter zu verbleiben. Doch was ist mit China? Immerhin ist das Land Ehrengast der diesjährigen Buchmesse, also ist eine Visite beim großen China-Zelt Pflicht. Und wir haben Glück: Als wir ankommen, spielt eine muntere kleine Kapelle ohne Unterlass ein Lied mit ganz vielen Strophen. Etwas fremd klingt das Lied für ostwestfälische Ohren schon, aber nach ein, zwei Stunden hat man sich dran gewöhnt. Hier können Sie mal kurz reinhören.

Bielefeld, aufgepasst: Ich-Denkmal-Aktion!

Ich-Denkmal-Ansichtskarte
Am Samstag, den 24. Oktober präsentieren die Bielefelder Flaneure
im Rahmen des Zeitsprungs im Neustädter Viertel das Ich-Denkmal-Modell.
Standort des Denkmals: vor dem Bielefelder Schneidwarenkontor.
Um 13 Uhr gehts los. Kommen, Bielefeld, kommen!

Eine Flugentenbrust verleiht unseren Gaumen Flügel

essen_und_trinken
Zu Recht stolz auf ihre frisch renovierte Gaststube: Britta & Adel Agwa mit Flaneur-Siegel

Am 1. Oktober haben die netten Wirtsleute Britta und Adel Agwa ihre neue Gaststube eröffnet. Aus Detmold sind sind sie nach Bielefeld eingewandert und haben alles blitzeblank sauber und frisch renoviert hergerichtet. Wir haben uns an einem der rutikalen Holztische niedergelassen und die verlockensten Speisen aus dem interessanten Angebot gewählt. Start mit einem vitaminreichen Mischsalat, und dann tischt Britta Agwa auch schon auf, was ihr Mann in der Küche gezaubert hat: Kalbsrouladen, die zart und saftig zugleich sind, eine Flugentenbrust, die unseren Gaumen Flügel verleiht und Bandnudeln mit Pfifferlingen sowie Lammkottelets auf einem Gemüsehügelchen. Und was macht unser verehrter Stahlbaron? Der kluge Gourmet lässt sich gleich drei verschiedene Leckereien kommen: Glasierte Möhren mit Pinienkernen, pikantes Pürree mit Kichererbsen, hausgemachte Hackbällchen vom Rind. Sein gaumenzentriertes Lob fällt recht umfangreich aus und seine Gesichtszüge sind die eines zufriedenen Schlemmers. Um das feine Mahl rund zu machen, lassen wir uns gern mit einem Ramazzotti-Kränzchen vom Haus beschenken und tanken diverse Biere nach. So schließt man gern ein liebes Abendmahl ab. Wir wünschen Britta und Adel Agwa viel Glück mit ihrer reizenden Klause.

---> essen + trinken, August-Bebel-Straße 112, 33602 Bielefeld

Bielefelder Begegnungen, heute: Rainer Schubart

Rainer_und_Milos
Im Fachgespräch vereint: Tattoo-Träger Rainer Schubart und Tattoo-Meister Milos Ukena

Wir haben uns im angenehmen Mythos-Grill niedergelassen, um ein bezauberndes Abendmahl einzunehmen. Dabei werden wir Zufallszeugen einer bemerkenswerten Bielefelder Begegnung. Der stadtbekannte Tattoo-Meister Milos Ukena ist ebenfalls anwesend und soeben mit dem Mythos-Gast Rainer Schubart ins Gespräch geraten, und es stellt sich heraus, dass er Körperbemalungen besitzt, die noch aus Zeiten stammen, als man bei uns dazu nicht Tattoo sagte, sondern Tätowierung. (Kann sich noch jemand daran erinnern?) Und nun kommt die Sensation: Eine der Tätowierungen stammt von der Tattoo-Legende Herbert Hoffmann. Wir sind baff. Herbert Hoffmann. Diese historische Persönlichkeit steht inzwischen kurz vor ihrem 90. Geburtstag, hat vor ein paar Jahren den Altersruhesitz von Hamburg in die Schweiz verlegt und war noch vor kurzem in Bielefeld zu Gast. Milos Ukena hat ihm dabei alles Sehenswerte von Bielefeld gezeigt, und wir freuen uns noch heute, Herbert Hoffmann bei dieser Gelegenheit kennengelernt haben zu dürfen. Nie werden wir seine große Begeisterung für das Bielefelder Ich-Denkmal vergessen.

Und nun steht Rainer Schubart vor uns und zeigt uns seine original Hoffmann-Tätowierung, Motiv: Ein stolzer Dreimaster, der seine Bahnen durch die Wogen des Meeres zieht. Im Alter von 17 Jahren, so erzählt er uns nicht ohne Stolz, sei er aus Rietberg nach Hamburg gereist, um sich das schöne Bild stechen zu lassen. Drei Kumpels seien dabei gewesen, und alle drei mussten Herbert Hoffmann in die Hand schwören, dass er schon 18 Jahre alt sei. Und so kam er vor nunmehr 38 Jahren an ein Tattoo, um das ihn so mancher Kenner beneiden dürfte. 160 DM habe er damals für diese Arbeit bezahlt, weiß Rainer Schubart noch heute und zeigt uns dann eine weitere historische Arbeit, die ebenfalls ein maritimes Motiv zitiert. Sie ist ebenso alt, wurde aber von einem anderen Meister gestochen. Für diese gelunge Bilderschau laden wir Rainer Schubart gern auf einen schönen Ouzo ein.

---> Weiterführende Lektüre: Herbert Hoffmanns Bücher

Über sieben Hügel musst du gehn: Zum Pils bei Angie

Angela_Looschelders
Hat ihre Tresen ganz hoch oben über Bielefeld: Sieben Hügel-Wirtin Angela Looschelders

Heute führt uns unsere Exkursion zur Kleingartenanlage Am Berge e.V. Den Tipp dazu hatte uns Tattoomeister Milos Ukena gegeben, denn dort, so der versierte Kneipenkenner, führe die seinerzeitige Extra-Zapferin Angie die sehr solide Gartenklause "Sieben Hügel". Wir parken unsere Limousine unterhalb der hübschen Gärtchen und starten den Aufstieg quer durch die Anlage. Je mehr Höhe wir gewinnen, desto mehr staunen wir: Eine wahrhaft grandiose Aussicht wird uns geboten! Panoramablick über Alm, Hauptbahnhof, Altstadt - die ganze Stadt liegt uns zu Füßen! Unser Lieblingsgast Henner beschließt sofort, sich gleich morgen um eine der wenigen freien Lauben zu bewerben. Und weiter kraxeln wir und staunen ohne Ende. Natürlich wäre es bequemer gewesen, unser elegantes Fahrzeug direkt vor der Klause zu parken, doch dann wäre uns dieser wunderbare Ausblick entgangen. Aber da lacht uns auch schon ein Hinweisschild: Uff, wir haben es geschafft!

Wirtin Angela "Angie" Looschelders begrüßt uns freundlich und bezeichnet sich als "die sprechende Speisekarte". Aus ihr wählen wir das Nackensteak mit reichlich Pilzen in würziger Soße sowie herzliche Frikadellen, dazu werden saftige Senfvarianten in Kilogläsern gereicht. Die Frikadellen gibt es erfreulicherweise in den Varianten normal sowie mit eingebackenem Schafskäse. Um rauszukriegen, welche Variante besser ist, ordern wir so lange nach, bis wir Frau Angies Vorräte komplett weggemümmelt haben. Danach überrascht uns die fürsorgliche Wirtin mit einer feinen Verdauungsmedizin, und zwar mit einer schöne Lage Swatten. Frau Angie verrät uns die Quelle: Swatten stammt aus der Apotheke Dreesbeimdieke. Na, da schüttet man doch gern nach.

Übrigens ist reichlich was los hier. Ein Trupp Herren mit bergtauglichen Fahrrädern fällt mit großem Abenddurst ein und lässt sich auch die Frikadellen nicht entgehen. Natürlich tagt hier heute der Vereinsvorstand des Kleingartenvereins und außerdem werden ein paar versprengte Wanderer aufgepeppelt. An der Theke können wir Angie mit sturzzufriedenen Stammgästen fotographisch dokumentieren, denen ein frommer Wandschmuck gewidmet ist, auf den uns Frau Wirtin gern hinweist. Zum Abschied - klarer Fall - hinterlassen wir hier besonders gern unser Qualitätsgraffiti, und zwar direkt am Eingang zu den Hügelstuben. Können Sie gar nicht übersehen, wenn Sie demnächst hier sind.

---> Gartenlokal Sieben Hügel, Dornberger Straße (Einfahrt gegenüber Am Johannisberg), 33619 Bielefeld

Schwof im Grill: Große Bratkartoffelparty im Westeck

Bratkartoffelparty
Eine wunderbare Flaneur-Party im Westeck mit Essen, Trinken und Musik von DJ Flaneur:
Wir haben zur Party gerufen, damit eine Tombola dem Ich-Denkmal die letzten Taler bringt
So geht's los: Die drei netten Damen vom Grill bereiten allen Gästen feinste Bratkartoffeln

Bratkartoffeln_mit_Spiegelein
So köstlich, so lecker, so grandios: Bratkartoffeln für alle, die Geschmacksknospen haben

Buescher_Borowski
Zufriedene Gesichter wohin man schaut: Uli Büscher und Achim Borowski hauen gern rein

Vincent_Pielsticker
Auch Vincent Pielsticker weiß, was gut ist: Bratkartoffeln im Westeck sind süffig & lecker

Damen
Die netten Damen am Nachbartisch lassen sich die sanften Pfannengerichte nicht entgehen

Zweitportion
Unser verehrter Stahlbaron rät in Bratkartoffel-Angelenheiten eindringlich zur Zweitportion

Lose
Endlich startet die Tombola: Erwartungsfroh öffnen alle Anwesenden ihre gekauften Lose

Schneeketten
Fortuna lässt sich nicht lang bitten, sondern beschenkt alle reich: "Hurra, Schneeketten!"

Regenschirm
Gut und nützlich: Der Tombolagewinn-Regenschirm kommt genau richtig zur Herbstsaison

Hendrik_Uffmann
Längst verschollen geglaubtes Kunstwerk als Tombola-Höhepunkt: Hendrik Uffmann hat's!

zweimal_Tee
Zweimal super Tee gewonnen - perfekt: Einer zur Entspannung und einer zur Anspannung

Kai
So sieht ein wirklicher Glückspilz aus: Kai hat ihn endlich - den Eiskratzer mit Handschuh!

sprachlos
Sprachlos vor Glück: Annette hat einen großzügigen Essengutschein vom Westeck gewonnen

Fahrradhelm
Jubel der Fahrradfahrerin: Endlich mit Helm! Verkehrssicherheit dank Ich-Denkmal-Tombola

Hauptgewinn
Hauptgewinn: Unser Lieblingsgast Henner hat die Weltformel auf einem Geldschein notiert

DJ-Flaneur
Jetzt dreht DJ Flaneur richtig auf: Seiner Kunst kann kein lebender Mensch widerstehen

Schwof
Die Mucke packt die Massen: Es tobt der Schwof im Grill, Rhythmus bei dem man mit muss

Tanz
Das fesche Tanzbein in Aktion: Der wunderbare Grill wird zum wilden Tanzboden für alle

Zwei_Mann
Dass es dabei zu schlimmen Exzessen gekommen ist, trifft nicht zu: Es waren schöne Exzesse

Vater_und_Sohn
Unser Ich-Denkmal-Modell in Aktion: Vater & Sohn und alle anderen erhalten ein Denkmal
Einen besseren Abschluss dieses großartigen Abends können wir uns nicht vorstellen!
Und wir kommen wieder, denn beim Abschied quengelten alle: Wann wird das wiederholt?

Mittwoch, 30. September, ab 19 Uhr - Mittwoch, 30. September, ab 19 Uhr

Bratkartoffel-Essen

Schnitzel, Wurst und Wein - bei Familie Schlingmann

Familie_Schlingmann
Claudia Schlingmann im Kreise ihrer Lieben: Ehemann Rainer und Kinder Thomas und Eva

Heute streben wir zum Kleingärtnerverein "Am Meierhof" e.V., denn in seiner Mitte wohnt eine ansehnliche Klause. In der Klause agiert mit viel Elan und goldenem Herzen die Familie Schlingmann. Tochter Eva nimmt unsere Bestellung auf, Vater Rainer zapft uns die Biere, Sohn Thomas werkelt irgendwie backstage und Mama Claudia ist unsere Köchin des Tages. Auf Anhieb begeistert sie uns mit wuchtigen Schnitzeln, die durch köstliche Bratkartoffeln und einen kleinen Salat vollendet abegrundet werden. Wir sind grundglücklich mit diesem Speisesortiment, nur unser lieber Stahlbaron schert aus der Schnitzelparade aus und lässt sich ein kraftvolles Kotelett zuführen, was er sogleich ausdauernd und in großen Tönen lobt. Dazu bekommt er sogar ein eigenes Töpfchen Soße gereicht, was ihn endgültig im siebten Speisehimmel ankommen lässt. Anschließend raten uns die lieben Wirtsleute eindringlich zum Verzehr von Wacholder mit Boonekamp. Oha, dies zielstrebige Getränk verschweißt bestens unsere Mägen und streichelt unsere Seelen dergestalt, dass wir diesen Verzehr alsbald wiederholen sollten - meint jedenfalls unser Lieblingsgast Henner. Wer möchte, bekommt allerdings auch parallel zwei Ramazzotti serviert. Verständlich, dass sich an unserem Tisch ruckzuck eine ausgedehnte Zufriedenheit breit macht. Ein identisches Maß an Zufriedenheit können uns auch die Meierhof-Stammgäste Stephan (mit Hefeweizen) und Eva (hinter Pfirsichen) für die Plätze an der Theke bestätigen.

Bemerkenswert: Hier wird Gemüse aus den umliegenden Schrebergärten verarbeitet, berichtet Familie Schlingmann und schwärmt uns dann derart glaubwürdig was von ihren Zucchinipuffern vor, dass sich erneute Hungergefühle bei uns einstellen wollen. Doch jetzt geht's erst richtig los. Nach einer kurzen Einführung über Qualität und Geschmack ihres neukreierten Wurstangebotes reicht uns Claudia Schlingmann eine Wurstplatte, die uns staunen lässt: Hier liegt ein seltener Fall von wahrhaftiger Qualität vor! Natürlich greift Claudia Schlingmann selbst zu, angenehme Begründung: "Ich verkaufe nichts, was ich nicht auch selbst essen würde." Die Wurst stammt vom Steinhuder Meer, wo Claudia und Rainer Schlingmann jeden Montag bei einem Bauernladen einkaufen gehen ("Die schlachten jede Woche ein Schwein."). Auch Sülze, Brot und Kartoffeln bringen sie von dort mit. Wegen der Qualität. Alsdann schreitet die Wirtin zu einer ausgedehnten Weinprobe, die sie mit einleuchtenden Fachkommentaren bereichert: "Bei dem Tropfen pillert einem ein Engel auf die Seele." Lustvoll probieren wir alle Tropfen mehrfach durch und können daher bezeugen, dass sich hier ein feiner Weinkeller etabliert hat. Besonders der Riesling hat es uns angetan ("Äh, wie schmeckt der da noch mal?").

Einen wunderschönen Abend mit vielen fröhlichen Gesprächen, köstlichen Speisen und unterschiedlichsten Getränken sowie mit reichlich Überlänge besiegeln wir natürlich besonders gern mit unserer exklusiven Graffitivergabe. Als Lieblingserinnerung an den tollen Abend gilt uns das Foto "Claudia Schlingmann vor unserem Geschenk", aber unsere Grüße gelten selbstverständlich der ganzen Familie Schlingmann: War klasse bei Euch! Wir kommen wieder zum Grünkohl futtern.

---> Gärtnerklause "Am Meierhof", Heeper Straße (Höhe Radrennbahn), 33607 Bielefeld

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